Die Elemente des Tanzes: Körper, Raum, Zeit, Energie
- Körper: welche Teile sich bewegen (Kopf, Arme, Rumpf, Beine), Körperformen (rund, gerade, verdreht) und Aktionen (fortbewegen, drehen, springen, strecken, fallen, balancieren). Wenn sich nur ein Teil bewegt, ist das eine Isolation.
- Raum: Ebenen (hoch, mittel, tief), Richtungen (vor, zurück, seitwärts, auf, ab), Wege (gerade, gebogen, im Zickzack), Größe (groß oder klein) und eigener Raum gegenüber dem gemeinsamen Raum.
- Zeit: Tempo (Geschwindigkeit, gemessen in Schlägen pro Minute, BPM), Rhythmus (Muster der Schläge), Akzente, Pausen und Stillstand. Tänzer zählen oft in Achtern.
- Energie (Dynamik): scharf oder weich, kräftig oder leicht, plötzlich oder anhaltend, gebunden oder frei.
Auch Beziehungen sind wichtig: Tänzer zu Tänzer (spiegeln, führen, folgen), Tänzer zur Musik und Tänzer zu Requisiten.
Choreografie: der kreative Prozess
Choreografie heißt, einen Tanz zu entwerfen. Ein üblicher kreativer Ablauf: 1) eine Idee oder einen Anstoß finden (ein Gedicht, ein Bild, ein Gefühl, ein Musikstück); 2) Bewegungen ausprobieren und improvisieren; 3) die besten auswählen und formen; 4) sie in eine Struktur bringen; 5) proben, Rückmeldung holen und verbessern; 6) aufführen.
Choreografische Mittel
- Motiv: eine kurze Bewegung, die wiederkehrt und weiterentwickelt wird.
- Wiederholung und Variation (Tempo, Ebene oder Größe ändern).
- Unisono: alle bewegen sich gemeinsam. Kanon: dieselbe Bewegung startet nacheinander.
- Kontrast, Höhepunkt (der spannendste Moment) und Formationen (Linien, Kreise, V-Formen).
Strukturen
Zweiteilig (A-B), dreiteilig (A-B-A), Rondo (A-B-A-C-A) und erzählend (erzählt eine Geschichte).
Sicher und gut auftreten
Technik heißt Körperkontrolle: Haltung, Ausrichtung, Gleichgewicht, Beweglichkeit, Kraft, Koordination und Ausdauer. Sicherheit: aufwärmen und abkühlen, Sprünge mit gebeugten Knien landen, Wasser trinken, passende Kleidung tragen, den Raum kennen.
Auftrittsfähigkeiten: Fokus (wohin die Augen schauen), Mimik, Ausstrahlung (das Publikum erreichen), Musikalität (sich mit der Musik bewegen) und Raumgefühl. Tanz ist außerdem ein gutes Ausdauertraining: Er trainiert Herz, Lunge und Muskeln.
Tanz anschauen und analysieren; Tanz und Gesellschaft
Kritische Analyse in vier Schritten
- Beschreiben: Was siehst und hörst du?
- Analysieren: Wie werden Körper, Raum, Zeit und Energie genutzt?
- Deuten: Was bedeutet es oder was fühlst du dabei?
- Bewerten: Wie gut wirkt es, und warum?
Formen und kultureller Hintergrund
Jeder Tanz wächst an einem Ort und in einer Zeit. Klassische Formen mit langer Ausbildung, wie Bharatanatyam und Kathak (Indien) oder Ballett (Europa), nutzen feste Schritte und Gesten. Volkstänze gehören zu Gemeinschaften und Festen (Garba, Flamenco, irischer Steptanz). Gesellschafts- und Poptänze (Salsa, Hip-Hop, K-Pop-Choreografie) verbreiten sich über Clubs und Bildschirme. Zeitgenössischer Tanz bricht Regeln, um neue Ideen zu erforschen.
Tanz gibt es bei Ritualen, Feiern, Geschichtenerzählen, Protest, Gesundheit und im Gemeinschaftsleben. Respektiere die Herkunft eines Stils, wenn du ihn lernst. Berufe rund um Tanz sind zum Beispiel Tänzer, Choreograf, Lehrer, Therapeut, Kostüm- und Lichtdesigner und Kritiker.
Wichtige Formeln und Definitionen
- KRZE: Körper + Raum + Zeit + Energie
- Sekunden pro Schlag = 60 ÷ BPM
- Ebenen: hoch, mittel, tief
- Kanon = gleiche Bewegung, versetzter Start; Unisono = alle zusammen
- Kritische Analyse: beschreiben → analysieren → deuten → bewerten
Gelöste Beispiele
1. Ein Lied hat 120 BPM. Wie lang ist ein Schlag, und wie lang sind 8 Zählzeiten?
Ein Schlag = 60 ÷ 120 = 0.5 s. Acht Zählzeiten = 8 × 0.5 = 4 s.
2. Beschreibe ein kurzes Motiv mit allen vier Elementen.
Körper: beide Arme schwingen nach oben; Raum: von der tiefen zur hohen Ebene, nach vorn auf einem geraden Weg; Zeit: über 4 Zählzeiten, langsam; Energie: weich und leicht.
3. Drei Tänzer machen dieselbe Bewegung über 4 Zählzeiten. Tänzer 2 startet auf Zählzeit 2 und Tänzer 3 auf Zählzeit 3. Welches Mittel ist das, und was bewirkt es?
Kanon. Die Bewegung läuft wie eine Welle durch die Gruppe. Das macht den Tanz spannender und zeigt das Motiv deutlich.
Häufige Fehler
- Zu denken, Tanz bestehe nur aus den Beinen. Arme, Rumpf, Kopf, Gesicht und sogar Stillstand gehören zum Tanz.
- Tempo (Geschwindigkeit) und Rhythmus (Muster der Schläge) zu verwechseln.
- Eine Aufführung nur "schön" zu nennen, statt Elemente zu analysieren und Gründe zu geben.
- Das Aufwärmen auszulassen. Kalte Muskeln verletzen sich leicht.