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Reflexion des Lichts: Planspiegel und gewölbte Spiegel

Licht prallt von einer glatten, glänzenden Fläche so ab, dass der Einfallswinkel gleich dem Reflexionswinkel ist. Ein Planspiegel zeigt ein virtuelles, aufrechtes, gleich großes Bild, das so weit hinter dem Spiegel liegt, wie der Gegenstand davor steht. Ein Hohlspiegel (konkav) kann je nach Gegenstandsort reelle oder virtuelle Bilder erzeugen; ein Wölbspiegel (konvex) zeigt immer ein virtuelles, aufrechtes, verkleinertes Bild. Mit der Spiegelformel 1/v + 1/u = 1/f und der Vergrößerung m = −v/u (mit dem New-Cartesian-Vorzeichenschema) findest du das Bild auch ohne Zeichnung.

🎬 Geschichte Schritt für Schritt

  1. Ein Lichtstrahl trifft im Pol P auf einen ebenen Spiegel. Die Achse ist hier das Lot (die Normale). Der Strahl verlässt den Spiegel im gleichen Winkel, in dem er ankam: Winkel i = Winkel r.
  2. Ein Planspiegel erzeugt das Bild hinter dem Glas: aufrecht, gleich groß und so weit hinter dem Spiegel, wie der Gegenstand davor steht. Die Strahlen scheinen nur von dort zu kommen, darum ist das Bild virtuell (gepunktete Linien).
  3. Jetzt ein Hohlspiegel, nach innen gewölbt wie ein Löffel. Alle Strahlen parallel zur Achse laufen nach der Reflexion durch einen Punkt, den Brennpunkt F. Der Krümmungsmittelpunkt C ist doppelt so weit entfernt: R = 2f.
  4. Sieh zu, wie der Gegenstand auf den Hohlspiegel zuwandert: hinter C, bei C, zwischen C und F, bei F, dann innerhalb von F. Das Bild wird größer, wandert ins Unendliche und springt schließlich aufrecht hinter den Spiegel.
  5. Ein Wölbspiegel ist nach außen gewölbt. Parallele Strahlen laufen auseinander, als kämen sie von F hinter dem Spiegel. Egal, wo der Gegenstand steht: Das Bild liegt hinter dem Spiegel, ist virtuell, aufrecht und kleiner.
  6. Du bist dran. Ziehe den grünen Gegenstand, ändere f oder wähle einen anderen Spiegel. Die Anzeige löst 1/v + 1/u = 1/f und m = −v/u mit den richtigen Vorzeichen.

Tipp: Zieh die 3D-Szene, um sie zu drehen. Mit zwei Fingern zoomst du.

🤔 Häufige Zweifel, geklärt

Warum misst man den Winkel vom Lot und nicht vom Spiegel?

Das Lot ist in jeder Richtung um den Punkt gleich und gibt so einen klaren Bezug. In Schritt 1 ist die Achse das Lot in P, und die beiden Winkel auf beiden Seiten sind gleich.

Warum lässt sich das Bild eines Planspiegels nicht auf einem Schirm auffangen?

Die reflektierten Strahlen laufen zu dir zurück und treffen sich hinter dem Spiegel nie. Nur ihre gepunkteten rückwärtigen Verlängerungen treffen sich, darum ist das Bild virtuell. Siehe Schritt 2.

Warum liegt F genau in der Mitte zwischen P und C?

Jeder parallele Strahl wird symmetrisch zum Lot (das auf C zeigt) zurückgeworfen. Für achsennahe Strahlen führt das durch die Mitte von PC, also f = R/2. Schritt 3 zeigt, wie sich alle parallelen Strahlen in F kreuzen.

Was passiert, wenn der Gegenstand genau in F steht?

Die reflektierten Strahlen laufen parallel aus und treffen sich nie, das Bild liegt also 'im Unendlichen'. In Schritt 4 verschwindet das Bild in diesem Moment; verschiebe den Gegenstand ein Stück nach links oder rechts, dann kommt es wieder.

Kann ein Wölbspiegel je ein reelles oder größeres Bild erzeugen?

Nein. Seine reflektierten Strahlen laufen immer auseinander und scheinen sich nur hinter dem Spiegel zwischen P und F zu treffen: immer virtuell, aufrecht und kleiner. Ziehe in Schritt 5 den Gegenstand und prüfe es.

Woher weiß ich, dass das Vorzeichen meines Ergebnisses stimmt?

Nutze die freie Strahlenbank: Die Anzeige zeigt u, v, f und m mit Vorzeichen, und das gezeichnete Bild passt dazu. Negatives v heißt, das Bild liegt davor (reell); positives v heißt, es liegt dahinter (virtuell).

Was ist Reflexion? Die zwei Reflexionsgesetze

Wenn Licht auf eine glatte, glänzende Fläche trifft und in dasselbe Medium zurückgeworfen wird, nennen wir das Reflexion. Der ankommende Strahl ist der einfallende Strahl, der abgehende Strahl ist der reflektierte Strahl, und die Linie, die im Auftreffpunkt senkrecht (90°) zur Fläche steht, ist das Lot (die Normale).

  1. Erstes Gesetz: Der Einfallswinkel ist gleich dem Reflexionswinkel (∠i = ∠r). Beide Winkel misst man vom Lot aus, nicht vom Spiegel.
  2. Zweites Gesetz: Der einfallende Strahl, das Lot an dieser Stelle und der reflektierte Strahl liegen in einer Ebene.

Diese Gesetze gelten für jede spiegelnde Fläche: ebene Spiegel, gekrümmte Spiegel, sogar Wasser. Bei einem gekrümmten Spiegel ist das Lot an einem Punkt die Linie von diesem Punkt zum Krümmungsmittelpunkt.

Das Bild im Planspiegel

Ein Planspiegel (ebener Spiegel) erzeugt immer ein Bild, das:

Gewölbte Spiegel: konkav und konvex

Ein Kugelspiegel ist ein Stück einer hohlen, glänzenden Kugel. Ist die spiegelnde Seite die Innenseite (nach innen gewölbt), ist es ein Hohlspiegel (konkav); wölbt sich die spiegelnde Seite nach außen, ist es ein Wölbspiegel (konvex).

Wichtige Begriffe

Bei Spiegeln mit kleiner Öffnung gilt R = 2f, F liegt also genau in der Mitte zwischen P und C.

Regeln für den Strahlengang

Um ein Bild zu finden, nimm von der Spitze des Gegenstands beliebige zwei dieser Strahlen. Wo sie sich treffen (oder zu treffen scheinen), liegt die Spitze des Bildes.

  1. Ein Strahl parallel zur Hauptachse geht nach der Reflexion durch F (konkav) oder scheint von F zu kommen (konvex).
  2. Ein Strahl durch F (konkav) oder in Richtung F (konvex) kommt parallel zur Achse zurück.
  3. Ein Strahl durch C (konkav) oder in Richtung C (konvex) trifft senkrecht auf den Spiegel und läuft genau auf sich selbst zurück.
  4. Ein Strahl, der den Pol trifft, wird im gleichen Winkel auf der anderen Seite der Achse zurückgeworfen (die Achse ist in P das Lot).

In der 3D-Bank benutzt der orange Strahl Regel 1 und der türkise Strahl Regel 4. Gepunktete Linien zeigen, wo die reflektierten Strahlen nur herzukommen scheinen: Das ist ein virtuelles Bild.

Bildentstehung am Hohlspiegel (jeder Gegenstandsort)

Ort des GegenstandsOrt des BildesGrößeArt
Im UnendlichenIn FPunktförmig, stark verkleinertReell, umgekehrt
Hinter CZwischen F und CVerkleinertReell, umgekehrt
In CIn CGleich großReell, umgekehrt
Zwischen C und FHinter CVergrößertReell, umgekehrt
In FIm UnendlichenStark vergrößertReell, umgekehrt
Zwischen P und FHinter dem SpiegelVergrößertVirtuell, aufrecht

Das Muster: Kommt der Gegenstand aus dem Unendlichen näher an F heran, wandert das reelle Bild von F ins Unendliche und wird immer größer. Innerhalb von F wird das Bild virtuell und aufrecht. Gehe alle sechs Fälle in Geschichtenschritt 4 durch oder indem du den Gegenstand ziehst.

Bildentstehung am Wölbspiegel

Ort des GegenstandsOrt des BildesGrößeArt
Im UnendlichenIn F, hinter dem SpiegelPunktförmigVirtuell, aufrecht
Irgendwo zwischen Unendlich und PZwischen P und F, hinter dem SpiegelVerkleinertVirtuell, aufrecht

Das Bild eines Wölbspiegels überschreitet F nie und ist nie reell. Je näher der Gegenstand, desto größer wird das Bild (bleibt aber kleiner als der Gegenstand).

Anwendungen von Hohl- und Wölbspiegeln

Das New-Cartesian-Vorzeichenschema für Kugelspiegel

Folgen: Ein Hohlspiegel hat negatives f; ein Wölbspiegel hat positives f. Ein reelles Bild (davor) hat negatives v; ein virtuelles Bild (dahinter) hat positives v.

Spiegelformel und Vergrößerung

Gegenstandsweite u, Bildweite v und Brennweite f hängen über die Spiegelformel zusammen:

1/v + 1/u = 1/f

Die Vergrößerung sagt, um das Wievielfache das Bild größer ist und ob es aufrecht steht:

m = h′/h = −v/u

So rechnest du: Schreibe die bekannten Werte mit Vorzeichen auf, setze sie in die Formel ein, löse nach der gesuchten Größe auf und lies am Vorzeichen des Ergebnisses die Art des Bildes ab. In Prüfungen kommt aus diesem Teil meist eine Strahlengang-Zeichnung (2–3 Punkte) und eine Rechenaufgabe zur Spiegelformel (3 Punkte).

Wichtige Formeln und Definitionen

Gelöste Beispiele

1. Ein Hohlspiegel hat einen Krümmungsradius von 30 cm. Wie groß ist seine Brennweite (mit Vorzeichen)?

f = R/2 = 30/2 = 15 cm. F liegt vor einem Hohlspiegel, also gegen das einfallende Licht, daher f = −15 cm.

2. Ein Wölbspiegel hat eine Brennweite von 12 cm. Bestimme seinen Krümmungsradius.

R = 2f = 2 × 12 = 24 cm. Der Krümmungsmittelpunkt liegt hinter dem Spiegel, also R = +24 cm.

3. Ein Gegenstand steht 30 cm vor einem Hohlspiegel mit der Brennweite 20 cm. Bestimme Bildort, Vergrößerung und Art des Bildes.

u = −30 cm, f = −20 cm. 1/v = 1/f − 1/u = −1/20 + 1/30 = (−3 + 2)/60 = −1/60, also v = −60 cm. m = −v/u = −(−60)/(−30) = −2. Das Bild liegt 60 cm vor dem Spiegel: reell, umgekehrt, doppelt so groß (Gegenstand zwischen C und F, Bild hinter C).

4. Ein 4 cm hoher Gegenstand steht 10 cm vor einem Hohlspiegel mit der Brennweite 15 cm. Bestimme Bildort und Bildhöhe.

u = −10, f = −15. 1/v = −1/15 + 1/10 = (−2 + 3)/30 = 1/30, also v = +30 cm (hinter dem Spiegel). m = −v/u = −30/(−10) = +3. h′ = m × h = 3 × 4 = 12 cm. Virtuell, aufrecht, dreifach vergrößert: So funktioniert ein Rasierspiegel.

5. Ein Gegenstand steht 20 cm vor einem Wölbspiegel mit der Brennweite 20 cm. Bestimme das Bild.

u = −20, f = +20. 1/v = 1/20 − 1/(−20) = 1/20 + 1/20 = 1/10, also v = +10 cm. m = −10/(−20) = +0.5. Das Bild liegt 10 cm hinter dem Spiegel, ist virtuell, aufrecht und halb so groß.

6. Ein Hohlspiegel erzeugt auf einem Schirm im Abstand von 60 cm ein reelles Bild, das dreimal so groß ist wie der Gegenstand. Wo steht der Gegenstand und wie groß ist die Brennweite?

Reelles Bild auf einem Schirm: v = −60 cm und m = −3 (reelle Bilder sind umgekehrt). m = −v/u → −3 = 60/u → u = −20 cm. 1/f = 1/v + 1/u = −1/60 − 1/20 = (−1 − 3)/60 = −4/60, also f = −15 cm. Der Gegenstand steht 20 cm davor; die Brennweite beträgt 15 cm.

7. Der konvexe Rückspiegel eines Autos hat R = 3 m. Ein Bus ist 5 m hinter dem Spiegel. Bestimme Bildort und Größenverhältnis des Bus-Bildes.

f = R/2 = +1.5 m, u = −5 m. 1/v = 1/1.5 + 1/5 = 0.667 + 0.200 = 0.867, also v ≈ +1.15 m. m = −v/u = 1.15/5 ≈ 0.23. Das Bild liegt 1.15 m hinter dem Spiegel, ist virtuell, aufrecht und etwa ein Viertel so groß – so passt ein großer Bereich in einen kleinen Spiegel.

Häufige Fehler

Übungsquiz

1. Der Reflexionswinkel wird gemessen von:
2. Die Brennweite eines Hohlspiegels mit Radius 40 cm ist:
3. Welcher Spiegel erzeugt immer ein virtuelles, aufrechtes und verkleinertes Bild?
4. Wo muss der Gegenstand vor einem Hohlspiegel stehen, damit das Bild gleich groß ist?
5. Eine Vergrößerung von −2 bedeutet, das Bild ist:

Üben: Beantworte diese selbst

Tippe oder wähle deine Antwort und drücke dann Prüfen. Nutze einen Tipp, wenn du nicht weiterkommst; die ganze Lösung erscheint nach deiner Antwort.

Häufig gestellte Fragen

Wie lautet die Spiegelformel?

1/v + 1/u = 1/f, wobei u die Gegenstandsweite, v die Bildweite und f die Brennweite ist, alle vom Pol aus gemessen und mit dem New-Cartesian-Vorzeichenschema.

Was ist der Unterschied zwischen Hohlspiegel und Wölbspiegel?

Ein Hohlspiegel ist nach innen gewölbt und kann je nach Gegenstandsort reelle oder virtuelle Bilder erzeugen. Ein Wölbspiegel ist nach außen gewölbt und erzeugt immer ein virtuelles, aufrechtes, verkleinertes Bild.

Warum ist die Vergrößerung bei einem reellen Bild negativ?

Ein reelles Bild ist umgekehrt, seine Höhe hat also das umgekehrte Vorzeichen wie die Höhe des Gegenstands. Da m = h′/h gilt, wird m negativ.

Wo das unterrichtet wird

Canada (Ontario)Grade 10E. Physics: Light and Geometric Optics
Canada (Ontario)Grade 10E. Physics: Light and Applications of Optics
ItalySecondaria di secondo grado – classe 1ªFoundations, optics, heat and mechanics
ItalySecondaria di secondo grado – classe 2ªFoundations, optics, heat and mechanics
PolandSzkoła podstawowa, klasa VIIIOptics
RomaniaClasa a VIII-aOptical phenomena
Spain2º BachilleratoVibrations and waves
Ukraine9 класLight phenomena
CBSE (India)Class 10Natural Phenomena
Russia9 классLight phenomena
Russia9 классLight phenomena
China八年级(初二)Ch.4 Light

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