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Ökosystem: Aufbau, Produktivität, Energiefluss und Pyramiden

Ein Ökosystem ist eine Arbeitseinheit der Natur, in der Lebewesen (biotisch) und unbelebte Dinge (abiotisch) zusammenwirken. Pflanzen bauen Nahrung mit einer bestimmten Rate auf, der Produktivität: Brutto (GPP) minus Atmung ergibt netto (NPP = GPP − R). Totes Material wird in fünf Schritten abgebaut: Zerkleinerung, Auswaschung, Katabolismus, Humusbildung und Mineralisierung. Energie kommt als Sonnenlicht herein, fließt nur in eine Richtung durch die Nahrungsstufen, und bei jeder Stufe geht nur etwa 10 % weiter. Ökologische Pyramiden der Anzahl, der Biomasse und der Energie zeigen das. Anzahl- und Biomassepyramide können auf dem Kopf stehen, die Energiepyramide ist immer aufrecht.

🎬 Geschichte Schritt für Schritt

  1. Geh in einen Wald. Oben hohe Bäume, darunter Sträucher, unten Kräuter und Gras: Diese Schichtung heißt Stratifikation. Boden, Wasser, Luft und Sonnenlicht sind die unbelebten (abiotischen) Teile, von denen alles abhängt.
  2. Pflanzen fangen Sonnenlicht ein und stellen Nahrung her. Die gesamte hergestellte Nahrung ist die Bruttoprimärproduktivität (GPP). Einen Teil verbrennen die Pflanzen für ihr eigenes Leben (Atmung, R). Was übrig bleibt, ist für Tiere da: die Nettoprimärproduktivität NPP = GPP − R.
  3. Ein Blatt fällt. Würmer zerreißen es (Zerkleinerung), Wasser spült Salze aus (Auswaschung), Mikroben verdauen es (Katabolismus), dunkler Humus entsteht (Humusbildung) und Mineralstoffe werden frei (Mineralisierung).
  4. Energie wandert die Nahrungskette hinauf: Produzenten → Konsumenten 1., 2. und 3. Ordnung. Bei jedem Schritt geht nur etwa 10 % weiter, der Rest verlässt das System als Wärme. Energie fließt also nur in eine Richtung und kommt nie zurück.
  5. Stapele die Stufen zu einer Pyramide. Wähle Anzahl, Biomasse oder Energie. Ein großer Baum, der Tausende Insekten ernährt, ergibt eine umgekehrte Anzahlpyramide; winziges Plankton im Meer ergibt eine umgekehrte Biomassepyramide. Die Energiepyramide ist immer aufrecht.
  6. Freies Spiel: Ändere GPP, die Startenergie und den Pyramidentyp und beobachte, wie sich die Zahlen verändern.

Tipp: Zieh die 3D-Szene, um sie zu drehen. Mit zwei Fingern zoomst du.

🤔 Häufige Zweifel, geklärt

Ist ein Acker oder ein Aquarium wirklich ein Ökosystem?

Ja. Es hat abiotische Teile (Wasser, Boden, Licht) und biotische Teile (Pflanzen, Tiere, Mikroben), die zusammenwirken. Es ist einfach ein vom Menschen geschaffenes Ökosystem. Der Wald im 3D-Modell zeigt dieselben Teile, Schicht für Schicht.

Warum ist die NPP kleiner als die GPP?

Pflanzen brauchen Energie zum Leben, deshalb verbrennen sie einen Teil der Nahrung, die sie herstellen, bei der Atmung. Im 3D-Modell wird der orange R-Balken vom grünen GPP-Balken abgezogen, und der blaue NPP-Balken ist das, was übrig bleibt.

Warum läuft der Abbau in tropischen Wäldern schneller ab als an kalten Orten?

Wärme und Feuchtigkeit helfen den Mikroben bei der Arbeit. Kälte oder Trockenheit bremsen sie. Das 3D-Modell zeigt die fünf Schritte; jeder Schritt braucht aktive Mikroben und Wasser.

Wohin gehen die anderen 90 % der Energie?

Sie werden für das eigene Leben des Tieres verbraucht (Bewegung, Wärme, Atmung) und gehen als Wärme verloren, oder sie werden nicht gefressen, oder sie gehen mit den Ausscheidungen verloren. Die orangen Wärmewölkchen im 3D-Modell zeigen diesen Verlust auf jeder Stufe.

Wie kann eine Anzahlpyramide auf dem Kopf stehen?

Ein großer Baum kann Tausende Insekten ernähren. Die Produzentenstufe hat also 1 Mitglied, die nächste Stufe aber viele. Wähle im Menü 'Anzahl: ein Baum', um die umgekehrte Form zu sehen.

Warum kann die Energiepyramide nie umgekehrt sein?

Eine Stufe bekommt Energie nur von der Stufe darunter, und ein Teil geht immer als Wärme verloren. Also muss jede Stufe weniger Energie haben als die darunter. Wähle im Menü 'Energie': Sie ist unten immer am breitesten.

Welche Nahrungskette transportiert an Land mehr Energie: die Weide- oder die Detritusnahrungskette?

Die Detritusnahrungskette. Das meiste Pflanzenmaterial wird nie lebend gefressen; es fällt als Streu zu Boden und wird von Destruenten genutzt. Die Abbau-Szene (Schritt 3) zeigt, wohin diese Energie geht.

Ökosystem: Aufbau und Bestandteile

Ein Ökosystem ist ein Teil der Natur, in dem Lebewesen und ihre Umgebung als eine Einheit zusammenarbeiten. Es kann groß sein (ein Wald, das Meer) oder klein (ein Teich, ein Aquarium). Ein Acker oder ein Aquarium ist ein vom Menschen geschaffenes Ökosystem.

Bestandteile

Aufbau

Aufbau bedeutet: Welche Arten gibt es, und wie sind sie angeordnet? Die Artenzusammensetzung ist die Liste der Arten. Stratifikation ist die senkrechte Schichtung: Im Wald stehen oben die Bäume, dann Sträucher, dann Kräuter und Gras. Jede Schicht bekommt unterschiedlich viel Licht.

Vier Funktionen

Jedes Ökosystem erfüllt vier Aufgaben: Produktivität, Abbau, Energiefluss und Nährstoffkreislauf.

Teich: ein einfaches Beispiel

Abiotisch: Wasser, gelöste Mineralstoffe, Sonnenlicht. Produzenten: Phytoplankton, Algen, schwimmende und wurzelnde Pflanzen. Konsumenten: Zooplankton, kleine Fische, große Fische. Destruenten: Bakterien und Pilze am Grund.

Produktivität: GPP und NPP

Primärproduktion ist die Menge an Biomasse (organischer Substanz), die Pflanzen pro Fläche in einer bestimmten Zeit bilden. Die Rate, mit der sie gebildet wird, ist die Produktivität, angegeben in g m⁻² yr⁻¹ oder kcal m⁻² yr⁻¹.

Die Produktivität hängt von der Pflanzenart, vom Sonnenlicht, von der Temperatur, vom Wasser und von den Nährstoffen ab. Die ganze Erde bildet etwa 170 Milliarden Tonnen (Trockengewicht) organische Substanz im Jahr. Die Ozeane bedecken etwa 70 % der Oberfläche, liefern aber nur etwa 55 Milliarden Tonnen, weil das tiefe Meerwasser wenig Licht und wenige Nährstoffe hat.

Abbau: fünf Schritte

Destruenten zerlegen komplexes totes Material (Detritus: abgestorbene Blätter, Rinde, Blüten, tote Tiere, Dung) in einfache anorganische Stoffe wie CO₂, Wasser und Nährstoffe.

  1. Zerkleinerung (Fragmentierung): Detritusfresser wie Regenwürmer zerlegen den Detritus in winzige Stücke.
  2. Auswaschung (Leaching): wasserlösliche Nährstoffe sickern in den Boden und setzen sich als Salze ab.
  3. Katabolismus: Enzyme von Bakterien und Pilzen zerlegen den Detritus in einfachere anorganische Stoffe.
  4. Humusbildung (Humifizierung): Es entsteht ein dunkler, schwammartiger Stoff namens Humus. Er widersteht Mikroben, zerfällt sehr langsam und ist ein Nährstoffspeicher.
  5. Mineralisierung: Mikroben bauen den Humus langsam ab und setzen dabei anorganische Nährstoffe frei.

Was die Geschwindigkeit bestimmt

Schnell, wenn der Detritus reich an Stickstoff und Zucker ist und wenn es warm und feucht ist. Langsam, wenn er viel Lignin und Chitin enthält und wenn es kalt, trocken oder ohne Sauerstoff (anaerob) ist. Der Abbau braucht Sauerstoff.

Energiefluss

Die Sonne ist für fast jedes Ökosystem die einzige Energiequelle (Hydrothermalquellen in der Tiefsee sind eine Ausnahme). Weniger als 50 % des Sonnenlichts sind fotosynthetisch aktive Strahlung (PAR), und Pflanzen fangen davon nur etwa 2–10 % ein. Dieser kleine Anteil treibt die ganze lebende Welt an.

Energie fließt nur in eine Richtung: Sonne → Produzenten → Konsumenten. Sie wird nie wiederverwendet. Bei jeder Weitergabe geht viel Energie als Wärme verloren, so wie es der zweite Hauptsatz der Thermodynamik sagt.

Nahrungsketten und Trophiestufen

10-Prozent-Regel

Nur etwa 10 % der Energie einer Stufe gehen zur nächsten weiter (Lindeman). Also: 10.000 J in Pflanzen → 1.000 J in Pflanzenfressern → 100 J → 10 J. Deshalb haben Nahrungsketten selten mehr als 4–5 Stufen.

Ökologische Pyramiden: Anzahl, Biomasse, Energie

Zeichne die Produzenten als Basis und jede höhere Trophiestufe darüber. Die Pyramide kann die Anzahl, die Biomasse (Trockengewicht) oder die Energie zeigen.

Grenzen der Pyramiden

Sie berücksichtigen nicht, dass eine Art gleichzeitig auf zwei Stufen stehen kann, sie gehen von einfachen Nahrungsketten aus (in der Natur gibt es Netze), und sie lassen Saprophyten (Destruenten) weg, obwohl diese lebenswichtig sind.

Was in der Prüfung gefragt wird

Häufige Fragen: GPP und NPP erklären und NPP = GPP − R aufschreiben; die Schritte des Abbaus nennen und mit den Einflussfaktoren erklären; erklären, warum die Energiepyramide immer aufrecht ist; ein Beispiel für eine umgekehrte Anzahl- oder Biomassepyramide geben; mit der 10-%-Regel die Energie auf einer höheren Stufe berechnen; Weide- und Detritusnahrungskette vergleichen. Rechenaufgaben sind kurz, aber leichte Punkte: Schreibe immer zuerst die Formel hin.

Wichtige Formeln und Definitionen

Gelöste Beispiele

1. Ein Feld hat GPP = 20,000 kcal m⁻² yr⁻¹, und die Pflanzen verbrauchen 4,000 kcal m⁻² yr⁻¹ bei der Atmung. Berechne die NPP.

NPP = GPP − R = 20,000 − 4,000 = 16,000 kcal m⁻² yr⁻¹.

2. Ein See hat NPP = 6,000 und R = 2,000 kcal m⁻² yr⁻¹. Berechne die GPP.

GPP = NPP + R = 6,000 + 2,000 = 8,000 kcal m⁻² yr⁻¹.

3. Pflanzen fangen 50,000 J ein. Wie viel kommt nach der 10-%-Regel bei einem Konsumenten 2. Ordnung an?

Konsument 1. Ordnung: 10 % von 50,000 = 5,000 J. Konsument 2. Ordnung: 10 % von 5,000 = 500 J.

4. Eine Schlange (Konsument 3. Ordnung) bekommt 25 J. Wie viel Energie steckte in den Produzenten?

Rückwärts rechnen: bei jedem Schritt × 10. Konsument 2. Ordnung: 250 J, Konsument 1. Ordnung: 2,500 J, Produzenten: 25,000 J.

5. Ein Wald erhält 1,000,000 J PAR, und die GPP speichert 20,000 J. Berechne die Fotosyntheseeffizienz.

Effizienz = 20,000 ÷ 1,000,000 × 100 = 2 %. Das liegt im üblichen Bereich von 2–10 %.

6. Pflanzenfresser auf einer Wiese enthalten 1,500 kJ, und die Fleischfresser, die sie fressen, enthalten 120 kJ. Berechne die ökologische Effizienz und vergleiche sie mit der 10-%-Regel.

Effizienz = 120 ÷ 1,500 × 100 = 8 %. Das ist etwas weniger als 10 %, was normal ist: Die 10 % sind nur ein Durchschnittswert.

7. Die GPP einer Nutzpflanze beträgt 30,000 kcal m⁻² yr⁻¹, und die Atmung macht 30 % der GPP aus. Kühe fressen 10 % der NPP. Wie viel Energie nehmen die Kühe auf?

R = 0.3 × 30,000 = 9,000. NPP = 30,000 − 9,000 = 21,000. Kühe: 10 % von 21,000 = 2,100 kcal m⁻² yr⁻¹.

8. Warum hat eine Nahrungskette selten mehr als fünf Stufen? Zeige es mit Zahlen, beginnend bei 100,000 J.

100,000 → 10,000 → 1,000 → 100 → 10 → 1 J. Auf der sechsten Stufe bleibt nur 1 J übrig, viel zu wenig, um eine Tierpopulation zu versorgen.

9. Welche Pyramide ist in jedem Fall umgekehrt? (a) Anzahlpyramide eines Banyanbaums mit Insekten, (b) Biomassepyramide im Meer, (c) Energiepyramide in einem Teich.

(a) Umgekehrt (ein Baum, viele Insekten). (b) Umgekehrt (kleine Masse an Phytoplankton, größere Masse an Fischen). (c) Nie umgekehrt: Die Energiepyramide ist immer aufrecht.

Häufige Fehler

Übungsquiz

1. NPP ist gleich:
2. Der erste Schritt des Abbaus ist:
3. Welche Pyramide ist immer aufrecht?
4. Die Biomassepyramide im Meer ist meist:
5. Welchen Anteil der PAR fangen Pflanzen etwa ein?

Üben: Beantworte diese selbst

Tippe oder wähle deine Antwort und drücke dann Prüfen. Nutze einen Tipp, wenn du nicht weiterkommst; die ganze Lösung erscheint nach deiner Antwort.

Häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zwischen GPP und NPP?

Die GPP ist die gesamte Rate, mit der Pflanzen durch Fotosynthese organische Substanz bilden. Die NPP ist das, was übrig bleibt, nachdem die Pflanzen einen Teil für die Atmung verbraucht haben: NPP = GPP − R. Die NPP ist die Nahrung, die Pflanzenfressern und Destruenten zur Verfügung steht.

Warum ist die Energiepyramide immer aufrecht?

Bei jedem Schritt wird nur etwa 10 % der Energie weitergegeben, der Rest geht als Wärme verloren. Eine höhere Stufe kann nie mehr Energie haben als die Stufe, die sie ernährt, deshalb wird die Pyramide nach oben immer schmaler.

Welche Schritte hat der Abbau?

Zerkleinerung (in Stücke zerlegen), Auswaschung (lösliche Nährstoffe sickern in den Boden), Katabolismus (Enzyme von Mikroben zerlegen es), Humusbildung (Humus entsteht) und Mineralisierung (Humus setzt anorganische Nährstoffe frei).

Wo das unterrichtet wird

Canada (Ontario)Grade 12B. Species and Spaces
Canada (Ontario)Grade 12D. Ecosystems and Human Activity
PolandLiceum ogólnokształcące, klasa IIIX. Ecology
PolandLiceum ogólnokształcące, klasa IVXVII. Ecology
RomaniaClasa a XII-aHuman ecology
Spain1º BachilleratoEcology and sustainability
Spain2º BachilleratoThe Earth system
Ukraine11 класEcology
Ukraine11 класEcology
CBSE (India)Class 12Ecology and Environment
England (GCSE, A level)Year 123.1.6 Ecosystems under stress (Section C option)
England (GCSE, A level)Year 133.5 Energy transfers in and between organisms
USA (Common Core, NGSS, AP)Grade 11Ecology
USA (Common Core, NGSS, AP)Grade 12The Living World: Ecosystems
USA (Common Core, NGSS, AP)Grade 12The Living World: Biodiversity
Japan高校3年Ecology and environment
South Korea고등학교 3학년Ecosystems and interactions
Germany (Bavaria)Jahrgangsstufe 13Ecology and biodiversity
Russia11 классEcology
Russia11 классCommunities and ecosystems
China高二Sel.2 Ch.3 Ecosystems

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